26. Austragung des internationalen Kreuzheberturniers in Landshut:

 

Ana Geitner und Sascha Stendebach stemmen erneut den Bavaria-Löwen

 

KSV Renchtal entzaubert den Stemmclub in der Mannschaftswertung – Insgesamt 31 Rekorde

 

Starke Vorstellung: Viktor Prokopov zog 260 kg und landete in der Juniorenklasse bis 83 kg auf Platz 2

 

Die Gesamtsieger des internationalen Turniers „Bavaria-Cup“ heißen wieder Ana Geitner (USV TU Dresden) und Sascha Stendebach (KSV Mainz 08), lediglich in der Mannschaftswertung fabrizierte der Stemmclub Bavaria 20 Landshut als Sechstplatzierter eine satte Bauchlandung und musste seinem Nachfolger KSV Renchtal den Vortritt geben. In der Einzelwertung gab es durch Michaela Lässer-Walt (Bavaria) und Michael Wimmer (TG) für die Landshuter Vereine zwei Titel.

 

31 Rekorde (!) spiegeln wider, was sich in den einzelnen Gewichtsklassen abspielte. Die Spannung gipfelte aber erneut in den Auseinandersetzungen um den Gesamtsieg, bei dem der Bavaria-Löwe in den Kategorien Frauen, Männer und Mannschaften vergeben wird.

Bei den Frauen ging die fünffache Gesamtsiegerin Ana Geitner favorisiert ins Rennen. Die nur 41,8 kg schwere Dresdnerin legte mit ihrem 1. Versuch (140 kg) mit 203,73 Relativpunkten eine Leistung vor, die sie in ihren bisherigen fünf Gesamtsiegen nicht erreicht hatte. Damit ließ sie es aber nicht beruhen, denn auch noch 145 kg zog sie kraftvoll nach oben und sammelte damit exzellente 211,0 Zähler.

Dennoch sorgte noch im allerletzten Versuch der Frauenwettbewerbe die Schweizerin Caroline Garhammer-Vogt für Spannung. Die Siegerin der 63 kg-Aktivenklasse ließ sich, nachdem sie 175 kg bezwungen hatte, 195 kg auflegen, mit denen sie die Dresdnerin um 1,51 Punkte noch abgefangen hätte. Es blieb beim Versuch. Damit hat Ana Geitner mit ihrem sechsten Sieg den Status als erfolgreichste Athletin des Bavaria-Cups deutlich gefestigt.

Wieder Sascha Stendebach oder Christoph Erbs? Das war die zentrale Frage nach dem Gesamtsieger bei den Männern. Beide kamen hochmotiviert und optimal vorbereitet nach Landshut, trafen aber nicht direkt aufeinander, weil Stendebach bis 93 kg antrat und Erbs eine Klasse höher startete.

Bis zu diesem Zeitpunkt lag der Renchtaler Junior Julian Schnurr mit 202,98 kg relativ in Führung, nachdem er im Leichtschwergewicht mit 303,0 kg einen fantastischen Rekord aufgestellt hatte.

Stendebachs Topverfassung zeigte sich bereits im ersten Versuch, als er mit 322,5 kg sein letztjähriges Siegerresultat um 2,5 kg überbot. Der mittlerweile in die Aktivenklasse aufgestiegene Mainzer fackelte auch danach nicht lange und lupfte 335 kg genau so souverän, wie die nachfolgenden 342,5 kg. Damit hatte er 216,63 Relativpunkte angesammelt – das zweitbeste Resultat in der Geschichte des Bavaria-Cups überhaupt.

Hauptkonkurrent Christoph Erbs (VfB Klötze) stieg mit 330 kg ins Rennen ein und musste einen denkbar ungünstigen Wettkampfverlauf ertragen. Der Einstieg misslang. Nun setzte der zweifache Gesamtsieger alles auf eine Karte und ließ sich 347,5 kg aufladen – jene Last, um Sascha Stendebach um 0,35 Relativpunkte von der Spitze zu verdrängen. Zweimal schlug der Versuch fehl. Damit waren nicht nur alle Chancen auf den Gesamtsieg vertan, sondern auch der Klassensieg futsch. Ausgelassene Stimmung herrschte dagegen im Mainzer-Lager über Sascha Stendebachs zweiten Gesamtsieg.

In der Mannschaftswertung hatte Titelverteidiger Bavaria Landshut einen schweren Stand, zumal wichtige Leistungsträger fehlten. Die Landshuter landeten in der Besetzung Viktor Prokopov (170,61), Andreas Staude (160,32), Josef Grießl (156,73) und Marco Frey (148,43) mit 636,09 kg relativ auf Rang sechs. Neuer Titelträger wurde zum ersten Mal der KSV Renchtal, der mit 752,64 Relativpunkten nur knapp eine neue Rekordmarke verpasste.

Die Erfolge der Landshuter: Michael Wimmer von der Turngemeinde siegte in der AK II bis 66 kg und verbesserte dabei seine eigene vier Jahre alte Rekordmarke auf 185 kg. Sein Vereinskamerad Stefan Pagelsen wurde Vizemeister bei den Junioren bis 83 kg mit 235 kg.

Den einzigen Titel beim Stemmclub holte Michaela Lässer-Walt in der AK I mit 130 kg in der Klasse bis 52 kg. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass die begeisterte Kraftsportlerin bereits zum 17. Mal am Bavaria-Cup teilnahm. Silber gewannen Viktor Prokopov in der Juniorenklasse bis 93 kg mit 260 kg und Josef Grießl in der AK I bis 105 kg mit 260 kg. Auf Rang vier landete Junior Patrick Burger mit 232,5 kg im Mittelschwergewicht. In der gleichen Gewichtsklasse, aber bei den Aktiven landete Marco Frey mit 232,5 kg auf dem sechsten Platz. Tief enttäuscht war der Titelverteidiger im Leichtschwergewicht der Aktiven Andreas Staude, der mit 240 kg auf Rang acht abrutschte. Hier wurde Andreas Betzl mit 210 kg Zehnter.

 

Dr. Karl Greiner

 

Bitte auch beachten:

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