Lukas Rydzynski holt den Gesamtsieg bei der Bavariade in Landshut

 

Strahlender Sonnenschein mit drückender Hitze, Ozonwerte bei denen vor körperlicher Anstrengung gewarnt wurde – all das konnte das 16-köpfige Bewerberteam um den Gesamtsieg bei der Bavariade 2014 nicht bremsen. Hochkonzentriert, mit vollem körperlichen Einsatz gingen die Kraftprotze zu Werke. Die 1993 ins Leben gerufenen und mit einigen Unterbrechungen nun zum 11. Mal veranstalteten „Highlight-Games auf Bayrisch“ brachten in drei von sechs Disziplinen Rekordverbesserungen und als Novum einen Sieger, der keine einzige Einzeldisziplin gewann. Lukas Rydzynski aus Landshut trug sich mit 77 Punkten (80,2 % der Maximalpunktzahl) erstmals in die Siegerliste ein, vor dem Münchner Christian Heidl (72 Punkte) und dem Koblenzer Sergej Lebsack (70 Punkte). Titelverteidiger Paul Hölter (Regensburg) war aus beruflichen Gründen verhindert.

 

Im Teilnehmerfeld versuchten sich auch 6 Athleten, die bereits 2013 mitmischten. Die deutlichste Steigerung schaffte der damals an 6. Stelle platzierte Lukas Rydzynski als neuer Gesamtsieger. Enorm auch die Verbesserung von Gerd Köbernik vom 12. auf den 4. Platz. Die gleiche Position – nämlich Platz 10 – behauptete wieder Michael Winklbauer. Zwei Bewerber rutschten leicht ab: Sebastian Zimmermann von Rang 7 auf 8 und Hans-Peter Nett von 11 auf 13. Eine wahre „Talfahrt“ verzeichnete der eigentlich im Spitzenfeld erwartete Wolfgang Straßer von der 4. auf die 9. Stelle.

 

Baumstammstemmen

Maik Bäcker war mit 28 Wiederholungen der Star beim Baumstammstemmen

 

Nach der Auslosung begann die erste Übung, das Baumstammstemmen. Der schwerste und älteste Teilnehmer, Hans-Peter Nett aus Koblenz mit der Startnummer 1, wuchtete den 50 kg schweren Holzklotz beachtliche 23 Mal innerhalb einer Minute über den Kopf. Aber schon der Nächste in der Startreihe, Lukas Rydzynski bewältigte 27 Ausführungen. Danach dauerte es bis zur Startnummer 13, bis diese Marke überboten wurde. Maik Bäcker, ein 45-jähriger Physiotherapeut aus Döbeln, schaffte mit 28 Wiederholungen die Höchstmarke und wurde damit Tagessieger vor Rydzynski und Alex Mut, der genauso wie Gert Köbernik und Michael Winklbauer 25 Ausführungen bewältigte, aber der Leichteste dieses Trios war.

 

Lukas Rydzynski

 

Andreas Gerdt

 

 

Gert Köbernik war 25 Mal erfolgreich

 

Raphael Findl packte den Holzklotz 13 mal

 

Schubkarrenfahren

 

Christian Heidl war der Schnellste beim Schubkarrenfahren

 

Hochkonzentriert: Daniel Bender

 

Mit der Startnummer zwei bugsierte der Berufskraftfahrer Lukas Rydzynski den Schubkarren, ein mit 150 kg beladenes Eisengestell, in 24,78 Sekunden durch den 60 m langen Parcours. Wie sich später herausstellte, landete er damit auf Platz drei. Benker, Winklbauer und Gerdt kamen nicht an diese Marke heran. Christian Heidl, Ingenieur bei einem großen Autokonzern, bekräftigte seinen Drang zu hohen Geschwindigkeiten und setzte dann mit 23,65 Sekunden die Top-Zeit. Sergej Lebsack als drittletzter Starter schob sich als Zweitschnellster mit 24,06 s noch zwischen Heidl und Rydzynski. Mit großer Spannung wartete man auf den Vorjahressieger Sebastian Zimmermann. Mit 27,03 Sekunden landete der Spezial-Gerüstbauer zu seiner großen Enttäuschung auf Rang 9. Ärgerlich für ihn: Bedingt durch eine 5 Sekunden-Zeitstrafe, weil er eine Pylone berührte, verfehlte er nicht nur eine neue Rekordzeit, sondern hätte auch den Sieg in dieser Übung geholt.

 

Autoziehen

 

Voller Einsatz der sich lohnte: Sebastian Zimmermann siegte beim Autoziehen

 

Mit 17,72 Sekunden führte der Höhenkirchner Gewichtheber Michael Winklbauer seit 2013 die Rekordliste an. Dieses Jahr – gerade in Vorbereitung auf die Masters-WM in Kopenhagen - kam der mehrfache Vize-Europameister nicht ganz an diese Marke heran und musste sich mit 18,69 s als Zweitplatzierter zufrieden geben. In dieser Übung hielt sich der zuvor so unglücklich platzierte Sebastian Zimmermann schadlos und rannte in Rekordzeit (17,69 s) mit dem 1400 kg schweren Fahrzeug im Schlepptau die 30 m lange, sandige Strecke entlang. Bronze holte Lukas Rydzynski in 19 Sekunden und verwies damit Christian Heidl um nur 0,09 Sekunden auf Rang vier. Einen großen Zeitverlust verbuchte hier Sergey Lebsack, weil er auf der Strecke stürzte und das Fahrzeug zum zweiten Mal aus den Stand zu beschleunigen hatte.

Nach dem Zwischenstand führte der Landshuter Lukas Rydzynski mit 29 Punkten vor Michael Winklbauer (27) und Köbernik und Zimmerman (je 25).

 

Seilhangeln

 

 

1. Sieger: Sergej Lebsack

 

2. Sieger: Andreas Gerdt

 

3. Sieger: Christian Heidl

 

Die letzten drei Übungen, die im Gegensatz zu den Eingangsdisziplinen die leichteren Bewerber bevorteilten,  wurden zu einem Präzedenzfall des leichtesten Teilnehmer der Bavariade 2014. Sergej Lebsack aus der Koblenzer Kraftschmiede von Hans Peter Nett dominierte alle Disziplinen.

Auf dem Seil flitzte der nur 69,7 kg schwere Athlet förmlich zwischen den zwei Bäumen gespannten Stahlseil in neuer Rekordzeit (7,44 Sekunden) entlang. Aber auch die Zweit- und Drittplatzierten Andreas Gerdt und Christian Heidl unterboten mit 7,72 s bzw. 8,03 s noch die aus dem Vorjahr von Sebastian Weber (Haar) stammende Rekordmarke (8,06).

 

Klimmzüge

 

 

Sergej Lebsack – Sieger mit 23

Wiederholungen

 

Marc Bielau schaffte 18 Ausführungen

 

Alex Mut zog sich 19 mal nach oben

 

In keiner Übung wie bei den Klimmzügen kann eine Minute so endlos lang dauern. Vor allem hatten hier die „schwereren Jungs“ erkennbare Probleme, möglichst oft ihr Kinn über die Reckstange zu ziehen. Trotzdem machte hier der älteste und schwerste Teilnehmer Hans-Peter Nett mit 8 Wiederholungen eine gute Figur.

Sergej Lebsack, der sich auch erfolgreich dem Vollkontaktwettkampf (MMA) verschrieben hat, zog sich 23-mal sauber nach oben und gewann souverän vor seinem Vereinskameraden Alex Mut (19) und Gert Köbernik, Andreas Gerdt und Marc Bielau (je 18).

 

Liegestütz

 

Sein zweiter Platz hier sicherte Lukas Rydzynski den Gesamtsieg

 

Wolfgang Straßer war 47-mal erfolgreich

 

 

Vor Beginn der letzten Übung, der Liegestütz, führte der Münchner Christan Heidl mit 63 Punkten knapp vor dem Landshuter Lukas Rydzynski und Gert Köbernik (57). Die Strapazen der vorangegangenen Übungen waren erkennbar und zahlreiche Ausführungen ungültig, weil in der tiefsten Position das Hubsignal nicht ausgelöst wurde.

Podestplätze gab es erst bei annähernd 50 Wiederholungen. Der mehrfache deutsche Kraftdreikampfmeister Marc Bielau wurde Dritter mit 48 und Lukas Rydzynski Zweiter mit 49 Ausführungen. Mit großer Überlegenheit „pumpte“ Sergej Lebsack 62 Wiederholungen und löschte damit die seit 2008 von Patrick Schiffner gehaltene Rekordmarke (61).

 

Mit neuem Rekord zum Klassensieg: Sergej Lebsack

 

Der bis zu dieser Übung führende Christian Heidl musste sich mit 38 Ausführungen und dem 8. Platz begnügen. Damit rutschte er in der Gesamtwertung mit 72 Punkten auf Rang zwei ab. Beständige Leistungen in allen Übungen  – ohne jedoch eine Disziplin gewonnen zu haben – reichten dem Landshuter Kraftprotz Lukas Rydzynski zum ersten Titelgewinn mit 77 Punkten. Bronze holte der Überraschungsstarter Sergej Lebsack mit 70 Zählern. Mit nur 2 bzw. 3 Punkten Rückstand folgten Gert Köbernik und Andreas Gerdt.

Im Gegensatz zum Vorjahr fanden die akkuraten Bewertungen durch das mit Karl-Heinz Wagner und Andy Weinmann besetzte Kampfgericht allseits Anerkennung.

Großes Lob verdient das gesamte Teilnehmerfeld für den fairen sportlichen Umgang untereinander. Da zollte niemand Groll gegenüber einem anderen, wenn jemand besser war. Hilfsbereit gaben sich die Sportler auch Ratschläge, wie die eine oder andere Ausführung erfolgreicher wäre. Ebenso Neulinge, wie z. B. Raphael Findl und Harald Spitzer, die ihren ersten Wettbewerb absolvierten, füllten sich gut aufgenommen.

 

Besonders hervorzuheben ist die Treue einiger Sportfreunde, die schon seit Jahren zu Veranstaltungen des Stemmclubs kommen. Ganz oben in der Liste Gewichtheber-Ass Michael Winkelbauer, der bei allen Großveranstaltungen des Stemmclubs – Josef-Spießl-Turnier (Gewichtheben), Bavaria-Cup (Kreuzheben) und Bavariade (Fitness) – schon mehrfach erfolgreich in Erscheinung getreten ist.

Auch die Koblenzer Riege unter der Regie die Studiobesitzers Hans-Peter Nett gilt als echte Bereicherung der Veranstaltung.

Und nicht zu vergessen: Stephan Kubitscheck, genannt „Kubi“, der seit vielen Jahren nicht nur als Aktiver, sondern vor allem auch als exzellenter Werbeträger für die Bavariade fungiert, gilt herzlicher Dank. Schade, dass er dieses Mal aufgrund einer Verletzung nicht antreten konnte.

Siegerehrung der Bavariade 2014

 

 

 

Kubi“ – ein echtes Bavariade-Urgestein

 

Topfit mit 47: Hans-Peter Nett

 

Das erfolgreiche Koblenzer Quartett

 

Dr. Karl Greiner