Licht und Schatten bei der deutschen Meisterschaft

Daniel Ginzinger wird „Vize“ – Alexander Denk verschenkt Titel

 

Daniel Ginzinger – Deutscher Vizemeister

Die Stiefelstadt Döbeln – der Austragungsort für die deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Kraftdreikampf – bleibt für den Stemmclub Bavaria 20 Landshut in wechselhafter Erinnerung. Mit einer Vizemeisterschaft und einem fünften Platz blieben die Erfolge hinter den Erwartungen zurück, weil ein festeingeplanter Titel verloren ging.

 

Eigentlich war der Sieg im Mittelgewicht der Junioren für Landshuts große Nachwuchshoffnung Alexander Denk vorprogrammiert – schließlich kam es aber ganz anders. Der Kaderathlet vom Stemmclub Bavaria stand letztendlich ohne Lorbeeren da, das einzige was er aus Döbeln mitnehmen konnte, war eine klaffende Wunde an der Augenbraue und eine schwere Gehirnerschütterung.

Mit 30 kg Vorsprung kam das Ende für Alexander Denk beim Bandrücken, als er sich nach gedrückten 175 kg an die neue deutsche Rekordlast von 193,5 kg wagte. Er presste den Eisenhaufen ein Stück nach oben, dann aber verließen ihn die Kräfte und die Hantel sauste nach unten. Die in solchen Fällen verantwortlichen Scheibenstecker reagierten nicht schnell genug und so traf die Hantelstange den Bavarianer an der Augenbraue, weil auch die Sicherheitsholme falsch eingestellt waren. Die stark blutende Wunde musste im Krankenhaus mehrfach genäht werden, aber zu diesem Zeitpunkt war der Titel längst in den Händen des Sonnebergers Michel Ehrlicher.

 

Die „Ehre“ der Bavarianer rettete Junior Daniel Ginzinger mit der Vizemeisterschaft in der Klasse bis 110 kg. Der 20-jährige Kraftprotz zeigte sich bei seiner ersten großen Titeljagd in überzeugender Form und stellte in allen Disziplinen neue Bestmarken auf. In der Beuge steigerte er sich auf 270 kg, auf der Bank schaffte er 170 kg und im Kreuzheben leistete er sich den einzigen Fehlversuch an 252,5 kg, aber nur deshalb, weil er vor lauter Freude, erstmals das Gewicht gezogen zu haben, die Hantel einfach fallen ließ. Diese Scharte wetzte er sogleich wieder aus, erreichte damit insgesamt 692,5 kg und knackte auch die begehrte 400 Punkte-Marke in der Relativwertung.

 

Leichtschwergewichtler Andre Ignor, nutzte alle Möglichkeiten an diesem Tag, musste sich aber mit Rang fünf begnügen. Der Leichteste in diesem Starterfeld beugte 200 kg und verfehlte 205 kg nur knapp. Im Bankdrücken gelang ihm mit 130 kg eine neuer persönlicher Rekord und im Kreuzheben stellte er ihn mit 207,5 kg ein. Das Dreikampfresultat von 537,5 kg bestätigt seine kontinuierliche Entwicklung, eine bessere Platzierung war in Döbeln nicht möglich.

 

Karl Greiner