Richard Rinderer wurde niederbayerischer Vizemeister im Gewichtheben

Meistens steht der Bundesliga-Kampfrichter Richard Rinderer vom Stemmclub Bavaria 20 Landshut vor der Bühne und bewertet die Versuche der Athleten, am letzten Wochenende waren aber in Waldkirchen die Rollen vertauscht. Der 36-jährige Elektrotechnikermeister gab sein Debüt im Gewichtheben im Mittelgewicht der Altersklasse I (35 bis 40 Jahre) und wurde mit einer Zweikampfleistung von 132 kg niederbayerischer Vizemeister.

Nicht so sehr die Leistung, sondern vor allem der Umstand, wie sie zustande kam, ist bewundernswert, weil er durch eine angeborene Fehlbildung der rechten Hand die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für diese auf gesunde Gliedmaßen angewiesene Sportart mitbringt. Obwohl ihm außer dem Daumen alle Finger der rechten Hand fehlen, kann er die 28 mm dicke Stange so zwischen Handballen und Daumen einklemmen, dass er unglaubliche 57 kg reißen und 75 kg stoßen konnte. Trotz seiner fehlerfreien Versuchsreihe in jeder Disziplin war der Waldkirchener Lokalmatador Max Reischl damit nicht zu gefährden. Dass er aber trotzdem als Vizemeister aufs „Stockerl“ kam, verdeutlich einmal mehr die beeindruckende Kraftleistung.

Leider konnte der Stemmclub, der im Kraftdreikampf zu den besten Vereinen Deutschlands zählt, nur einen aktiven Starter nach Waldkirchen zu den Bezirksmeisterschaften entsenden und damit offenbart sich die desolate Situation im Gewichtheben. Abteilungsleiter Bernhard Rank, der erfolgreichste Bavaria-Stemmer ist seit Jahren der einzige – auch international erfolgreiche Athlet, der aufgrund einer fehlenden eigenen Vereinsmannschaft für den KSC Bavaria Regensburg an die Hantel geht und somit kein Startrecht hatte.

 

Karl Greiner

 

 

Anhang: Foto von Richard Rinderer