Bernhard Rank wird Vize-Weltmeister im Gewichtheben

Bavaria-Stemmer holt Silbermedaille in Griechenland

 

 

Bernhard Rank, erfolgreichster und beständigster Gewichtheber des Stemmclub Bavaria 20 Landshut, entwickelt sich immer mehr zu einem Erfolgsgaranten – und das auf internationalen Bühnen. Bei den Weltmeisterschaften der Masters im griechischen Argostoli auf der größten ionischen Insel Kefalonia holte er mit einer Zweikampfleistung von 237 kg (103-134) in der Kategorie M 50 (Klasse bis 94 kg) hinter dem Briten  Gurdawar Dhesi mit 255 kg (110-145) und vor dem Slowaken Rudolf Lenart mit 227 kg (99-128) die Silbermedaille.

 

Die besten Gewichtheber der Welt waren erst vor kurzem bei der Olympiade zu bewundern, die Besten der Welt gab es auch in der letzten Woche in Griechenland zu sehen – allerdings in einer etwas „betagteren“ Ausgabe.

Dennoch sind die Gewichtheber-Weltmeisterschaften der Masters ein gefragtes und auf hohem Niveau ablaufendes Spektakel, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen zu messen, was an ursprünglichem Leistungsvermögen einstiger Höhepunkte noch vorhanden ist, lockt jedes Jahr mehr als 500 Teilnehmer zu den Titelkämpfen. Darunter sind zahlreiche einstige Stars der aktiven Szene, aber auch Athleten, die sich mit Erreichen der Zugangsnorm die Startberechtigung erarbeiteten. Dieses Jahr waren in Griechenland knapp 600 Athleten aus 49 Nationen am Start.

 

Bernhard Rank, Vize-Europameister dieses Jahres, ging mit gewissen Vorschusslorbeeren an die Hantel. In seiner Kategorie (bis 94 kg) wurde nach dem Reißen aber schnell klar, wer Anspruch auf die Medaillen erheben konnte.

Nachdem der Brite Gurdawar Dhesi 110 kg vorlegte, galt er als der heißeste Goldanwärter, was er auch mit 145 kg im Stoßen und einer Zweikampfleistung von 255 kg unter Beweis stellte. Bernhard Rank, der bereits 1996 in Kanada WM-Bronze holte und in den letzten drei Jahren zweiter und dritter Europameister war, riss nach einem obligatorischen Auftaktpatzer in der Wiederholung 103 kg und musste bei 105 kg passen. Nah auf den Fersen waren ihm der Slowake Rudolf Lenart mit 99 kg und der Ukrainer Valery Antonov mit 98 kg. Im Stoßen taktierte der mehrfache deutsche Meister aus Landshut geschickt, indem er gegenüber den Versuchen der beiden schärfsten Konkurrenten einige „Sicherheitskilos“ draufpacken ließ. Eine reelle Chance hatte der Slowake dennoch, denn im letzten Versuch hätten ihm die angepeilten 134 kg zur Silbermedaille gereicht, wenn der Bavarianer daran gescheitert wäre. In der Wirklichkeit kann es genau umgekehrt.  Bernhard Rank wuchtete souverän die 134 kg nach oben und wurde damit Vize-Weltmeister. Dieser Erfolg ist die bisher beste internationale Platzierung. Seine beispielhafte Motivation und Beharrlichkeit werden ihm vielleicht eines Tages doch noch dazu verhelfen, einmal Weltmeister zu werden.

 

Karl Greiner