Der Stemmclub Bavaria ist süddeutscher Mannschaftsmeister

 

Kraftdreikämpfer siegten souverän in der Bundesliga Süd – Finalplatz verpasst

 

Süddeutscher Mannschaftsmeister 2009: Von links: Mario Schwanke, Alexander Denk, Eberhard Schwanke, Daniel Ginzinger, Josef Grießl, Kampfrichter Klaus Semskij.

 

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendete der Tabellenführer der ersten Kraftdreikampf-Bundesliga Süd am Samstagabend die Saison. An eigener Hantel schlug der Stemmclub Bavaria 20 Landshut die Gäste aus Langen, Oppenau und Neuaubing klar und sicherte sich zum 12.Mal die süddeutsche Mannschaftsmeisterschaft. Verwehrt bleibt den Kraftprotzen aus Schönbrunn aber der Einzug ins Finale um den deutschen Titel.

 

Erneut stellen die Ostvereine (SV Motor Barth, KFV Döbeln, VfB Klötze und FSV Magdeburg) alle Finalisten und ermitteln am 28.März das beste deutsche Team. Der Stemmclub, der schon sechs Meistertitel, drei Vizemeisterschaften und zwei dritte Plätze eroberte, muss seit 2003 weiter auf eine neue Chance warten.

Respektable Leistungen in der Vorrunde weckten noch die Hoffnungen auf einen Endkampfplatz, das Niveau konnten die Landshuter aber nicht halten.

Für das Duell am letzten Wochenende mobilisierten die Niederbayern alle Kräfte, wollten sie doch ihre hartnäckigsten Verfolger im direkten Vergleich um die Südmeisterschaft abschütteln. Das gelang mit 1811,20 kg relativ dann auch überzeugend, AC Oppenau lag nahezu 100 Punkte, Langen fast 200 Zähler zurück und der ESV Neuaubing trat nur mit einer Rumpfmannschaft an und spielte im Wettbewerb lediglich eine Außenseiterrolle.

Der Stemmclub profitierte vor allem von der Topverfassung des im 56. Lebensjahr stehenden frischgebackenen Seniorenweltrekordlers Eberhard Schwanke. Auch diesmal stellte er die 20 bis 30 Jahre jüngeren Heber in den Schatten und wuchtete Lasten nach oben, von denen viele nur träumen. Vor allem mit seiner hohen Explosivkraft erstaunt er immer wieder die ganze Fachwelt, wenn er – wie am Samstag – mit 330 kg blitzschnell aus der tiefen Hocke aufsteht. Noch deutlicher sieht man das im Bankdrücken. Bevor man begriff, dass der Versuch begonnen hatte, war er schon wieder beendet und das mit einer 255 kg schweren Hantel. Mit 282,5 kg im Kreuzheben sammelte er im Total 862,5 kg und diese erbrachten umgerechnet auf den Relativwert 485,63 Punkte.

Keiner kann den Bankdrückstil von Eberhard Schwanke so imitieren wie sein Sohn Mario – und das mit tollen 252,5 kg. Zuvor allerdings haderte er schwer mit dem Kampfgericht, weil er nach erfolgreichen 290 kg den dritten Versuch in der Beuge mit 310 kg mit 2:1 ungültig bewertet bekam. Diese 20 kg fehlten ihm, wie sich später herausstellte, um die 800 kg-Dreikampfmarke zu überspringen. Mario war nach seinem Vater der zweitbeste Athlet im Bavaria-Trikot. Die Konstellation – Vater und Sohn – auf derart hohem Niveau gibt es im Kraftsport weltweit kein zweites Mal.

Überraschend stark mit nahezu 450 Relativpunkten präsentierte sich Abteilungsleiter Alexander Denk trotz seiner kaum überstandenen Erkrankung.

Routinier Josef Grießl und Nachwuchsheber Daniel Ginzinger feilschten um die Wertungsposition in der Staffel, die der ältere Heber knapp für sich entschied. Grießl, der eigentlich sehr sicher an der Hantel agiert, bekam vom Kampfgericht zwei Versuche in der Kniebeuge aberkannt und verlor dadurch wichtige Kilos. Die Nerven des Bavaria-Teams strapazierte dagegen Daniel Ginzinger, als er auf der Bank erst im letzten Versuch eine gültige Wertung erzielte. Ansonsten sind seine großartigen Kraftanlagen unverkennbar.

 

Mannschaftsergebnisse: STC Bavaria 20 Landshut 1811,20 kg, AC Oppenau 1701,41 kg, KSV Langen 1625,20 kg, ESV Neuaubing 1075,49 kg.

Einzelergebnisse des Stemmclubs: Alexander Denk 630 kg (Kniebeuge 220/ Bankdrücken 170/ Kreuzheben 240- rel. 447,24), Josef Grießl  712,5 kg (280/152,5/280- rel. 426,36), Mario Schwanke 782,5 kg (290/252,5/240- rel. 451,97 )

Eberhard Schwanke 867,5 kg (330/255/282,5- rel. 485,63), Daniel Ginzinger 692,5 kg (270/175/247,5-rel. 422,63).

 

Karl Greiner