Dieter Renn beendet Kraftsportkarriere mit Weltrekord

Daniela Falck holt Bronze bei der „Deutschen“ im Kreuzheben

 

 

Ein Ausnahmeathlet beendet eine Ausnahmelaufbahn: Dieter Renn

 

 

 

Echte sportliche Größe besitzt jemand, dem es gelingt, am Zenit des Erfolgs die Laufbahn zu beenden. Der 74-jährige Bavarianer Dieter Renn ist so einer. Mit der neuen Weltrekordlastlast von 222,5 kg, zwei deutschen Rekorden und dem Meistertitel im Leichtschwergewicht der Altersklasse vier (70 bis 79 Jahre) verabschiedete sich ein unglaubliches Kraftsportphänomen bei den deutschen Meisterschaften im Kreuzheben in Zehdenik. Bronze holte Daniela Falck im Leichtgewicht der Aktiven mit 170 kg.

 

Im letzten Jahr dominierte Bavaria-Powerfrau Daniela Falck im Federgewicht die nationale Konkurrenz, der Wechsel ins Leichtgewicht stellte sie aber dieses Jahr vor unlösbare Probleme. Deutsche Meisterin der Aktiven wurde die Chemnitzerin Nicole Steger mit 190 kg. Um die Vizemeisterschaft entbrannte eine spannendes Duell zwischen der Landshuterin und Elke Schreiber aus Bautzen. Beide eröffneten den Wettkampf erfolgreich mit 165 kg.

Die zweite Runde, in der die Landshuterin 170 kg meisterte, brachte sie in Rückstand, weil ihre direkte Konkurrentin 172,5 kg bewältigte. Elke Schreiber zog danach auch 175 kg und der Konter von Daniela Falck mit 177,5 kg, um doch noch Silber zu sichern, schlug fehl.

 

Definitiv seinen Abschied vom Kraftsport nahm der national in seiner sportlichen Laufbahn ungeschlagene Dieter Renn.

Der Leichtschwergewichtler zog sich eigentlich schon vor drei Jahren vom aktiven Wettkampfsport zurück und griff nur deshalb wieder zur Hantel, weil ihn ein ehemaliger Konkurrent – wenn auch erfolglos – herausforderte.

Mit welchem Selbstvertrauen der Landshuter in Zehdenik an den Start ging, beweist seine schon lange vor dem Wettkampf festgelegte Marschroute: 207,5 kg wog das Startgewicht, der folgende Versuch an 215 kg bedeutete bereits neuen deutschen Rekord und mit 222,5 kg bewies er mehr als eindrucksvoll, dass er der weltstärkste Kreuzheber im Leichtschwergewicht der AK IV ist.

Welche Wertigkeit seine Leistung aufweist, zeigt ein Blick in die Ergebnislisten der Aktiven, in der 35-51 Jahre jüngere Heber antreten. In Zehdenik hätte der Landshuter Senior selbst noch einige hinter sich gelassen und sich unter den zehn Besten Deutschlands platziert. Selbst bei der vor vier Wochen ausgetragenen bayerischen Meisterschaft wäre er mit seiner Leistung in der „Königsklasse“ Vizemeister geworden.

Es ist schade, dass der Kraftsport so einen Sportler verliert, sein „Ruhestand“ ist ihm dennoch sehr zu wünschen.

 

 

Karl Greiner