Stemmclub übernimmt Tabellenführung in der

Bundesliga-Südgruppe

 

Überlegener Sieg gegen SG Randersacker – Ginzinger in Rekordlaune – Luxemburger Coimbra mit Weltklasseleistung

 

 

Ein aufstrebendes Talent: Daniel Ginzinger

 

Auch die neue Bundesligasaison prägt das Bild der vergangenen Jahre: Unangefochten dominieren weiterhin die der Nordgruppe angehörigen Ost­vereine die Kraftdreikampfliga. Gleich zwei Staffeln (SV Motor Barth und Herrnburger AV) übertrafen die 2000-Punkte-Marke und dem drittplatzierten VfB Klötze fehlten nur 0,07 Zähler. Der Stemmclub Bavaria 20 Landshut konnte in der Südgruppe mit 1798,67 Relativpunkten zwar die Tabellenführung über­nehmen, profitierte jedoch von zwei Totalversagern im Bankdrücken seitens des erheblich verstärkten Aufsteigers AC Siegfried Darmstadt.

 

Erneut wird das bundesdeutsche Kraftsportdilemma deutlich: Für den in der Südgruppe führenden STC Bavaria reicht es in der bundesweiten Gesamtrangfolge lediglich zu Rang sechs und damit sinken bereits zum Auftakt die Ambitionen auf eine Finalteilnahme, weil diese nur den vier besten Mannschaften aller Bundesligagruppen zusteht.

 

Die Bavarianer landeten auf eigener Bühne gegen den langjährigen Widersacher SG Randersacker einen klaren Sieg. Bereits in der Kniebeuge wurde ein solider Vorsprung erarbeitet, der sich bis zum Endstand kontinuierlich vergrößerte.

Maßgebliche Garanten dafür waren wieder einmal die „Schwankes“, obwohl sie gesundheitlich angeschlagen antraten. Vater Eberhard, im 57.Lebensjahr stehend, war nicht nur mit 458,13 Relativpunkten Bester im Landshuter Team, sondern hob auch im Dreikampf mit 820 kg die höchsten Lasten. Sohn Mario ist mittlerweile seinem Vater dicht auf den Fersen. Pech für ihn, dass das Kampfgericht seine 307,5 kg in der Beuge 2:1 ungültig wertete und ihm beim dritten Versuch im Kreuzheben an 272,5 kg die Hand aufging. So blieb es bei einem knappen 10 Punkte-Rückstand gegenüber dem Vater.

Eine Glanzvorstellung bot der deutsche Juniorenmeister Daniel Ginzinger. Ohne Scheu vor den gewaltigen Eisenbergen schraubte er seine eigenen Bestmarken in der Kniebeuge auf 280 und 287,5 kg, im Bankdrücken über 192,5 auf 200 kg und im Kreuzheben auf 260 kg. Im Dreikampf hob er insgesamt 747,5 kg und unterstrich mit seinen 440,50 Relativpunkten sein Ausnahmetalent in seiner Altersklasse.

 

Neuzugang Jewgenij Kondraschow zwang der Trainingsrückstand zu einer deutlichen Leistungseinbuße. Der Junioren-Weltmeister von 2006 musste sich mit 805 kg im Dreikampf begnügen, sammelte aber mit 450,96 Relativpunkten das zweitbeste Landshuter Ergebnis.

 

Alexander Denk taxierte in seinen dritten Versuchen zu ungenau und verlor damit einige Kilos. Trotzdem ergaben seine 635 kg wertvolle 425,39 kg relativ.

 

Einen Leckerbissen der besonderen Art wurde den Kraftsportfans mit dem Auftritt des Luxemberger Anibal Coimbra geboten. Der nur mit 1,5 kg ins zweite Schwergewicht aufgerückte Doppel-Europameister und Dritte der World-Games

zeigte Kraftsport par excellence. Souverän schraubte er die Landesrekorde auf 370 kg in der Kniebeuge, 360 kg im Kreuzheben und 980 kg im Dreikampf. Von den damit erreichten Relativpunkten (592,90) dürfen deutsche Powerlifter nur träumen.

 

Eingebettet in die Bundesligabegegnung war ein zweitägiger Trainingslehrgang unter der Leitung des Luxemburger Nationaltrainers Alain Hammang.

 

Ergebnisse: SG Randersacker 1633,37 kg rel., STC Bavaria 20 Landshut 1846,82 kg rel.

Einzelergebnisse der Landshuter: Alexander Denk 635 kg (Kniebeuge 225/Bankdrücken 180/Kreuzheben 230- rel. 425,39), Daniel Ginzinger 747,5 kg (287,5/ 200/ 260- rel. 440,50), Mario Schwanke 782,5 kg (280/247,5/255- rel. 449,08), Jewgenij Kondraschow 805 kg (275/230/300- rel. 450,96), Eberhard Schwanke 820 kg (300/245/275- rel. 458,13).

Außer Konkurrenz: Anibal Coimbra 980 kg (370/250/360- rel. 592,90)

 

Karl Greiner