Silber und Bronze für Bavaria-Kraftdreikämpfer bei der „Deutschen“

 

Mario Schwanke wurde Vizemeister und Jewgenij Kondraschow holte Bronze

 

 

Deutscher Vizemeister: Mario Schwanke

 

Zwei Starter – zwei Medaillen: Der Stemmclub Bavaria ist zufrieden mit dem Abschneiden seiner Athleten bei den deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf der Aktiven in Gräfenhainichen. Im ersten Superschwergewicht belegte Mario Schwanke mit 790 kg (290/240/260) den zweiten Platz und Jewgenij Kondraschow wurde Dritter im zweiten Superschwergewicht mit 940 kg (350/245/345).

 

Unzufrieden war Mario Schwanke mit seinem Auftritt bei der „Deutschen“, obwohl er mit der Silbermedaille allen Grund zur Freude gehabt hätte. Er ärgerte sich darüber, dass die angepeilte Leistung unter der 800 kg-Marke lag. Der Grund ist klar: Keiner seiner dritten Versuche gelang. Bereits in der Kniebeuge misslangen die 310 kg, in die Wertung kamen 290 kg. Auf der Bank steuerte er mit 267,5 kg eine neue deutsche Rekordmarke an. Er scheiterte denkbar knapp daran und im Kreuzheben hatte er 267,5 kg eingeplant, notiert wurden aber 260 kg.

Dennoch hat er alles richtig gemacht: Die Dominanz des Siegers, Reiko Kruse aus Kröpelin, stand außer Frage, das nachfolgende Teilnehmerfeld hatte er mit 790 kg klar im „Griff“.

Eine bemerkenswerte Beobachtung am Rande: Auf den fünften Rang landete ein Heber, der mit 285 kg die beste Kreuzheberleistung zeigte. Das ist kein Zufall, denn es handelt sich um den mittlerweile 55-jährigen Kasseler Rudolf Küster, der 1988 als erster Mensch 400 kg im Kreuzheben schaffte.

 

Die Fachwelt war höchst gespannt auf die Entscheidung in der „Königsklasse“, dem zweiten Superschwergewicht, vor allem aber auf den Leistungsstand von Jewgenij Kondraschow. Der ehemalige Junioren-Weltmeister, der seit 2006 mit einer Dreikampfleistung von 1010 kg Deutschlands stärkster Kraftdreikämpfer ist, kann seit längerem berufs- und verletzungsbedingt sein Kräftepotential nicht voll entfalten.

Wer seine Leistungen beim letzten Bundesligakampf in Landshut hochrechnete, gab ihm keinerlei Medaillenchancen. Zunächst schien es auch so.

Jewgenij Kondraschow nahm mit 315 kg zum Auftakt in der Kniebeuge die niedrigste Last, dagegen ließen sich seine stärksten Widersacher Lasten jenseits der 400 kg-Marke aufladen. Der deutsche Rekordhalter Andy Dörner (AC Siegfried Darmstadt) startete mit 402,5 kg und Volker Kayser (SC Lüchow) mit 420 kg nur 3 kg unter dem deutschen Rekord. Dörner steigerte sich über 415 kg auf 430 kg und verbesserte seine Rekordmarke um 7 kg. Volker Kayser aus Lüchow nahm ihm aber postwendend mit 440 kg den Rekord wieder ab. Kondraschow arbeitete sich auf 350 kg hoch, verlor aber hier bereits entscheidende Kilos und lag auf Rang vier.

Auf der Bank konnte er mit 245 kg gut mithalten, wenn auch Kayser (250 kg) und Dörner (260 kg) ihren Vorsprung ausbauten. Zumindest schob er sich in der Zwischenwertung dadurch auf Platz drei. Im Kreuzheben spielte der Landshuter mit 345 kg seine Stärke aus und sammelte damit 940 kg im Dreikampf. Volker Kayser erreichte 970 kg und Andy Dörner erfüllte sich einen Traum mit glatten 1000 kg.

 

Karl Greiner