Deutsche Titel mit Rekordleistungen im Doppelpack

 

Klaus Semskij und Eberhard Schwanke holen nationale Titel in Lauchhammer

 

 

Top-Erfolge bei der „Deutschen“: Eberhard Schwanke, Klaus Semskij, Bernhard Hoidn

 

Die deutschen Bankdrücker zählen seit Jahren zur internationalen Spitze. Zwei davon, im Trikot des Stemmclub Bavaria 20 Landshut, gaben bei den deutschen Meisterschaften der Senioren in Lauchhammer einen spektakulären Beweis ihres Könnens: Klaus Semskij und Eberhard Schwanke. Semskij wurde deutscher Meister der Altersklasse I (40-49 Jahre) und stellte mit 283,5 kg einen neuen deutschen Rekord auf, der auch in der Aktivenklasse gilt. Damit sicherte er sich auch den Gesamtsieg. Beinahe wäre ihm auch eine sportliche Sensation gelungen: Denkbar knapp scheiterte er an der Jahrhundert-Marke von 300 kg. Superschwergewichtler Schwanke drückte Europarekord mit 262 kg in der AK II (50-59 Jahre) und siegte in seiner Kategorie mit 62 kg Vorsprung.

 

Die beiden Bavarianer präsentieren sich in Lauchhammer in Höchstform und ließen der nationalen Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance.

 

Weltmeister Eberhard Schwanke startete locker mit 250 kg, um dann sogleich die neue Europarekordmarke mit 262 kg ins Visier zu nehmen. Zunächst bekam er den Versuch ungültig bewertet, dann aber entledigte er das Kampfgericht jeglicher Zweifel, indem er ohne Makel die Last nach oben wuchtete. Nur knapp zwei Wochen vor seinem 57.Geburtstag beschenkte er sich somit selber in mehrfacher Weise: Deutscher Rekord, Europa-Rekord und Meistertitel.

 

Klaus Semskij eröffnete mit 265 kg den Wettbewerb. Gleich im zweiten Versuch ließ er sich die neue deutsche Rekordmarke von 283,5 kg aufladen und presste sie souverän in die Höhe. Damit überbot er den eigenen deutschen Rekord in der Aktivenklasse um ein halbes Kilo.

Zufrieden gab er sich aber noch nicht und erst jetzt wurde klar, was sein eigentliches Ziel war: Er wollte die 300 kg-Marke knacken und damit deutsche Bankdrückergeschichte schreiben!

Jede Faser des Körpers war angespannt, als er die sechs Zentner auf die Brust absenkte, die vorgeschriebene Pause einhielt und dann den Eisenberg wie ein Gabelstapler nach oben schob. In der Endphase verschob sich allerdings seine Körperposition und das ahndete das Kampfgericht mit einem 2:1-Urteil. Semskij bagatellisierte den Versuch lapidar: „Ich wollte ja nur schauen, wie schwer die 300 kg sind“. Trainer Bernhard Hoidn wurde da schon konkreter: „Er war in der Form seines Lebens! Da fehlte wirklich nur ein Quäntchen Glück!“

Freuen kann sich der im 46.Lebensjahr stehende Ausnahmeathlet dennoch über den Gesamtsieg mit 167,04 Relativpunkten.

 

Eigentlich wollte sich Klaus Semskij mit dem Einstritt ins Seniorenalter allmählich zurückziehen, doch es läuft besser als je zuvor. Zwei Europa-Titel und eine Vize-Welt­meister­schaft in den letzten drei Jahren und was ganz besonders in seiner Leistungsbiografie ausschlaggebend ist: Er ist auch amtierender deutscher Meister in der Aktivenklasse und hält den Rekord bei den „Jungen“. Wer denkt da ans Aufhören?

 

Karl Greiner