Vier DM-Medaillen für Bavaria-Kraftdreikämpfer

Schwanke und Renn deutsche Meister – Silber und Bronze für Grießl und Brandlmeier

 

Das sollen die anderen Altersklassen erst man nachmachen: Mit einer wahren Rekordflut von einer Weltbestleistung, zwei Europarekorden und 17 nationalen Bestmarken verschafften sich die „Alten“ bei den deutschen Seniorenmeisterschaften am Wochenende beim Stemmclub Bavaria 20 Landshut große Anerkennung. In vielen Klassenduellen setzten sich die meisten Favoriten durch, es gab aber auch spannende Auseinandersetzungen um die Rangfolgen.

 

Für das beste Resultat bei den Frauen sorgte erwartungsgemäß Marion Dietrich vom PSV Schwedt in der Altersklasse I (AK I, 40 bis 49 Jahre) bis 48 kg. Mit 483,2 Relativpunkten, einem Weltrekord im Bankdrücken (92,5 kg) und einer deutschen Bestmarke im Kreuzheben (125 kg) bestätigte sie ihre Ausnahmestellung im Frauenkraftsport.

Beste in der AK II (50 bis 59 Jahre) war Anita Thimm (KSV Langen) mit 421,9 kg relativ und in der Altersklasse III (60 bis 69 Jahre) konnte Ursula Notnagel aus Hannover mit 290 Zählern nicht übertroffen werden.

Mit der höchsten Relativzahl (500,6 Wilks-Punkte) der ganzen Veranstaltung übertraf der Oppenauer Leichtschwergewichtssieger der AK I, Rolf Hampel, mit alle Erwartungen.

Eine Altersklasse höher (AK II) setzte sich mit Andreas Petrenz (USV Dresden) wiederum ein Leichtschwergewichtler mit 450,8 kg relativ an die Spitze.

Äußerst eng wurde es in der Relativwertung der AK III. Mit nur einem Wilks-Zähler  Vorsprung siegte Wilfried Häusler (MTV Jahn Peine) im Mittelgewicht mit 370,8 vor dem Schwergewichts-Champion Andreas Molinaro aus Braunschweig.

Alexander Diepold (KSC Puch), Meister bis 60 kg, sammelte die meisten Relativpunkte (369,0) in der Alterstufe ab 70 Jahre (AK IV).

 

Nicht nur für den deutschen Kraftdreikampf, sondern auch für die Landshuter Schwerathletikvereine waren die deutschen Meisterschaften ein voller Erfolg. Zwei deutsche Titel durch Eberhard Schwanke und Dieter Renn, Silber für Josef Grießl und Bronze für Rainer Brandlmeier für die Bavaria-Athleten, sowie ein vierter Platz für den TG-Heber Michael Wimmer unterstreichen die postaktiven Triumphe der starken Landshuter.

Auf ein überraschend dichtes Teilnehmerfeld traf in der Altersklasse I Leichtgewichtler Michael Wimmer. Obwohl er mit 435 kg (160/95/180) im Dreikampf einen überzeugenden Auftritt bot, musste sich der mehrfache bayerische Meister mit dem undankbaren vierten Rang begnügen. Noch unglücklicher erwischte es Vereinskameraden Juri Makuschkin. Ebenfalls nach den ersten beiden Disziplinen auf Rang vier liegend, schied er im Kreuzheben durch ungültige Wertung unplatziert aus.

Einen großartigen Wettkampf bot Josef Grießl in der AK I in der Klasse bis 100 kg.

In der Beuge bezwang er erstmals einen 300 kg schweren Eisenberg und eilte der Konkurrenz  mit einem 40 kg-Vorsprung voraus. Auf der Bank schaffte der Bavarianer 160 kg, der Orianienburger Drückerspezialist Joachim Flett steigerte aber den deutschen Rekord auf 240 kg und lag nun seinerseits mit 40 kg „Guthaben“ an der Spitze. Er steuerte noch 240 kg im Kreuzheben bei und sicherte sich damit mit insgesamt 740 kg den Titel. Obwohl sich der Landshuter Grießl mit 275 kg bis auf 735 kg heranarbeitete, blieb es bei der Vizemeisterschaft, weil er die siegbringenden 282,5 kg nicht mehr unter Kontrolle brachte.

Alle Möglichkeiten auf eine Medaille nutzte eine Gewichtsklasse höher Rainer Brandlmeier.

Während Torsten Pfeifer (Gostorfer SV) und Andrej Hermann (KSV Lippe) die uneinholbare Doppelspitze bildeten, brachte Brandlmeier seine Anhänger zum Zittern, als er erst im letzten Anlauf seinen Startversuch in der Kniebeuge unter Dach und Fach bringen konnte. Dann aber spulte er seine Versuche präzise ab und sicherte sich mit 685 kg (220/180/285) die Bronzemedaille.

Eberhard Schwankes Test nach der langen Verletzungspause gelang. Der Ex-Weltmeister und mehrfache Weltrekordler sicherte sich ohne großen Aufwand mit 680 kg (250/180/250) den Titel in der AK II über 125 kg.

Auch ein weiteres Comeback gelang. Der bereits vor drei Jahren zurückgetretene Bavaria-Heber Dieter Renn kam nur deshalb wieder auf die Bühne zurück, um sich in einem lokalen Duell in der 82,5 kg-Kategorie mit Thomas Fertl von der TG Landshut zu messen. Seine Rückkehr an die Hantel war überzeugend. Mit bereits 72 Jahren machte er mit 77,2 kg Körpergewicht mit einer 185 kg schweren Hantel eine Kniebeuge, drückte 100 kg auf der Bank und zog im Kreuzheben 195 kg nach oben. Das Dreikampfresultat von 480 kg bescherte ihm den 13 deutschen Meistertitel. Einziger Wermuttropfen: Sein Wunschgegner trat nicht an.

 

Karl Greiner