Toller Revanchesieg von Matthias Melcher in Randersacker

 

Klassen-, Gesamtsieg und Rekord für den Landshuter Kreuzheber

beim Franken-Cup

Es gibt in Deutschland zwei bedeutsame Kreuzhebermeisterschaften: Das internationale Turnier Bavaria-Cup in Landshut und den Franken-Cup in Randersacker. Den Gesamtsieg der Frauen in Landshut holte im Juni die Bavarianerin Daniela Falck vor der Münchnerin Ana Geitner und bei den Männern Maik Hellwig (VfB) Klötze) vor dem Stemmclub-Akteur Matthias Melcher. Letztes Wochenende in Randersacker war es genau umgekehrt: Die jeweils zweitplatzierten Gesamtsieger vom Bavaria-Cup wurden in Randersacker Titelträger. Auf das Konto des Stemmclubs gehen neben dem ersten und zweiten Rang in der Gesamtwertung drei Klassensiege, ein zweiter Platz in der Einzel- und Mannschaftswertung, sowie ein Cup-Rekord.

 

Noch immer schmerzt die hauchdünne Niederlage des Landshuter Lokalmatadors Matthias Melcher beim 18. Bavaria-Cup im Juni auf eigener Bühne, vor eigener Fangemeinde gegen den Klötzeraner Maik Hellwig. Damals musste sich der starke Niederbayer aufgrund eines Steigerungsfehlers mit dem zweiten Platz zufrieden geben.

Um so bedeutsamer war deshalb das erneuerte Aufeinandertreffen der beiden besten deutschen Kreuzheber beim traditionellen Franken-Cup in Randeracker.

In blendender Verfassung präsentierte sich Melcher. Bei 315 kg nahm der Mittelschwergewichtler den Wettbewerb auf, 325 kg galten nur als Zwischenstation und 330 kg bedeuteten die höchste Last in der Wertung. Aber damit nicht genug: Im vierten Versuch verlangte er die Rekordlast von 335 kg um den von ihm seit 2003 gehaltenen Franken-Cup-Relativrekord (207,71) auf 211,30 zu erhöhen. In souveräner Manier hievte er den Eisenberg ebenso wie die vorangegangenen Gewichte nach oben.

Maik Hellwig trat zwei Gewichtsklassen (bis 110 kg) höher an und brachte im zweiten Durchgang 330 kg in die Wertung. Um den Gesamtsieg zu holen, musste er im letzten Versuch auf 350 kg steigern. Er tat es, aber diesmal blieb der gewaltige Scheibenhaufen wie festgenagelt am Boden liegen. Somit ging der Gesamtsieg nach 2003 zum zweiten Mal an den Landshuter Melcher.

 

Schon beim Bavaria-Cup wurde Daniela Falck klar, dass mit Ana Geitner (Bajuwaren München) eine ernst zu nehmende Konkurrentin in dieser Sportart mitmischt. In Randersacker legte die Münchnerin in der Klasse bis 48 kg als beste Leistung 132,5 kg vor und erreichte damit 191,1 Relativpunkte. Für die später ins Rennen geschickte Landshuterin war der Ablauf ihrer drei Versuche klar: Erst mit 165 kg den Klassensieg sichern, anschließend mit 172,5 kg einen Aufbauversuch unternehmen um dann mit 180 kg erneut den Erfolg von Landshut zu wiederholen. Alles klappte hervorragend, nur der letzte Versuch nicht. Damit hatte sie zwar den klaren Klassensieg bis 67,5 kg mit haushohem Vorsprung vor der Zweitplatzierten Marburgerin Marion Biedermann unter Dach und Fach, in der Gesamtwertung blieb ihr aber diesmal „nur“ Silber.

 

Zu einer großartigen Form lief Rainer Brandlmeier in der Altersklasse 1 (40 bis 49 Jahre) bis 110 kg auf. Ohne Probleme zog der schon einmal im Jahr 2000 zum Gesamtsieger gekürte Landshuter glatte 300 kg und entschwebte damit in seiner Gewichtsklasse der Konkurrenz um 60 kg. Eine Kategorie höher schaffte Michael Heinig als Vizemeister den Sprung aufs Treppchen mit 215 kg.

In der Mannschaftswertung konnten die Bavarianer den Vorjahressieg nicht wiederholen. Sie wurden hinter VfB Klötze mit  699,15 kg relativ Zweite.

Karl Greiner